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Die Kapitulation des Wiegesystems vor den Alltagsproblemen

-Probleme mit der Biomüll- und Windelentsorgung-


Zum wiederholten Mal einmal müssen sich die Mitglieder des Bauausschusses in Hamminkeln mit der Abfallentsorgung beschäftigen.

Weil es in Hamminkeln wegen des Wiegesystems keine Biotonne (ist in den meisten Kommunen Standard) gibt, fahren die Hamminkelner ihren Biomüll zu Sammelstellen. Die zum Jahresbeginn eingeführten Sammlungen in den Ortsteilen sollen auf Vorschlag der Verwaltung wegen zu geringer Mengen und zu hoher Kosten eingestellt werden. Der ökologische Wahnsinn des individuellen Transports des Biomülls geht also weiter. Gleichzeitig verharren die Hamminkelner Bioabfallmengen mit Abstand an vorletzter Stelle im Kreis Wesel. Wo doch eine Erhöhung der Mengen ökologisch sinnvoll und wünschenswert wäre. Aus Bioabfall wird nämlich in Asdonkshof grüner Strom erzeugt.

Ähnlich sieht es bei der Windelentsorgung aus. Windeln sind wegen ihres Gewichts im Wiegesystem ein Problem. Deshalb doktert man immer wieder am System. Die erst zu Beginn des Jahres mit riesigem bürokratischem Aufwand eingeführten Freimengen führen laut Verwaltung in 100 ausgewählten Fällen dazu, dass in den Hauhalten rechnerisch eine negatives Abfallgewicht anfällt. Bei Kleinkindern im Schnitt 145 kg, bei Senioren 436 kg pro Jahr. Fazit der Verwaltung: „Das bedeutet, dass der gesamte Restabfall der Haushalte über die Sonderfreimenge mitsubventioniert wird.“ Deshalb sollen jetzt die Freimengen reduziert werden.

Mal abgesehen davon, dass die Gewichte nach Reduzierung rechnerisch immer noch negativ sind, ist die Schlussfolgerung der Verwaltung falsch. Das Problem ist nicht die Höhe der Freimengen, sondern das Wiegesystem selbst.

Der Grund, warum es zu solch absurden Ergebnissen mit negativen Gewichten kommt, sind nicht die – mit einiger Akribie – von der Verwaltung ausgerechneten Freimengen, sondern die Fehlanreize, die das Wiegesystem im Umgang mit dem Restabfall setzt. Die exorbitant niedrigen Restmüllmengen in Hamminkeln sind sicherlich nur zu einem geringen Teil auf Abfallvermeidung zurückzuführen.

Bei einem Gebührensystem nach Behältergröße (Volumen) und dem Angebot einer freiwilligen Biotonne gäbe es die Probleme nicht und Verwaltung und Politik müssten sich nicht wiederholt damit beschäftigen.


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