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Wie geht es mit der Abfallentsorgung in Hamminkeln weiter? Eine Geschichte mit vielen Kapiteln

Kapitel 2: Fluch und Segen zu gleich. Setzt das Wiegesystem Fehlanreize zur illegalen Entsorgung?


Die Gebührensysteme sollen einen Anreiz zur Abfallvermeidung setzen. Das machen sowohl das Wiegesystem, als auch die Behältergebühr nach Volumen. Die Befürworter des Wiegesystems feiern regelmäßig die niedrigen Abfallmengen in Hamminkeln. Doch ist das wirklich nur das Ergebnis von Abfallvermeidung?

Hier kann man durchaus Zweifel anmelden. Wo jedes Kilogramm Abfall oberhalb der Freimengen zusätzlich auf der Abfallrechnung am Ende des Jahres landet, wird der eine oder andere kreativ und sucht alternative Entsorgungswege.

Der große Teil der Hamminkelner Bevölkerung verhält sich solidarisch und entsorgt korrekt, aber leider gibt es die illegale Entsorgung außerhalb der Abfallgefäße in Hamminkeln. Wilde Müllkippen, vollgestopfte Straßenpapierkörbe und Ablagerungen an Containerstandorten zeigen dies. Sicherlich gehen auch Abfälle in die Abfallgefäße in den Nachbarstädten und zur Arbeitsstelle auswärts.

Ist das alles nur Spekulation? Nein, mitnichten. Auf Nachfrage der FWI hat der Bürgermeister mitgeteilt, dass 675 Abfallgefäße im Jahr 2019 ganzjährig nicht zur Abfuhr herausgestellt wurden. Das sind fast 7 Prozent aller Gefäße.


Wo bleiben diese Abfälle?


Darüber hinaus blieben 1.736 Behälter (17 %) unterhalb der Freimengen von 48 kg (120 l-Gefäß) bzw. 96 kg (240 l – Gefäße).

Da das 120 l- Gefäß mit 80 % das meistbenutze Gefäß ist, bedeutet das, dass hier pro Entleerung (26-mal jährlich) alle 14 Tage maximal lediglich 1,85 kg Müll in den Behältern landet. In den meisten Fällen wohl noch weniger. Bei 3 Personen sind das gerade mal 600 g Müll pro Person alle 14 Tage.


Wie realistisch ist das? Wo bleibt auch dieser Müll?

Leider blieb diese Fragestellung in der Verwaltungsvorlage für den Bauausschuss am 06.05.21 völlig außen vor. Keine Erklärung, noch nicht einmal eine Erwähnung.

Stattdessen feiert man lieber die niedrigen Abfallmengen als Erfolg des Wiegesystems. Indirekt wird übrigens von niemanden bestritten, dass das Wiegesystem Fehlanreize setzt. Bei der Diskussion um die Biotonne und gelbe Tonne wird einheitlich betont, dass hierin vermehrt Fehlwürfe in Form von Restmüll landen würden.


Fakt ist, diejenigen, die ihrem Müll anderswo entsorgen, verhalten sich unsolidarisch und schaden denen, die sich korrekt verhalten. Bei der Behältergebühr nach Volumen ist das nicht möglich. Ein Grund mehr, dass Wiegesystem in Frage zu stellen.



Demnächst:

Kapitel 3: Der völlig misslungene Gebührenvergleich der Verwaltung

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